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Fehler beim Vaterschaftstest: Universitätsstudie zeigt, wie häufig Fehler bei Vaterschaftstests auftreten.

Wer im Internet nach einem Vaterschaftstest sucht findet schnell viele unterschiedliche Angebote. Ein Preisvergleich zeigt, dass es deutliche Unterschiede gibt. Aber: kann man sich auch sicher sein, dass dabei keine Fehler auftreten? Eine Studie aus den Rechtsmedizinischen Instituten der Universitäten Kiel, Jena und Greifswald hat untersucht, wie zuverlässig die Vaterschaftstests aus günstigen, privaten Laboren sind (siehe auch: http://www.uni-kiel.de/unizeit/uz-39/pdf/uz_39_1b.pdf).

Die Ergebnisse sind erschreckend: Von 41 Fällen, die im Detail nachgeprüft werden konnten, waren 9 Befunde fehlerhaft. In zwei Tests ergaben sich sogar Fehlbeurteilungen der Aussage nach! Das bedeutet, dass in dieser Studie über 20% der Vaterschaftstests Fehler aufwiesen. Dieser Zustand stimmt den Betroffenen dann doch nachdenklich. Ist der billige Vaterschaftstest tatsächlich für mich geeignet? Aufgrund dieser Studie ergibt sich eine Fehlerquote für die Aussage des Tests (also: ein falsches Ergebnis des Vaterschaftstests) von etwa 5%! Jeder Einzelne möge entscheiden, ob er die Beantwortung der Frage „Mein Kind oder nicht ?“ mit diesen Fehlerquoten akzeptieren kann. Was kann man aber tun, um ein zuverlässiges Testergebnis zu erhalten?

In Deutschland gibt es amtliche Richtlinien für die Erstattung von Abstammungsgutachten (Deutsches Ärzteblatt 99. Jahrgang, Heft 10: Seiten 665-667 vom 08.03.2002, herausgegeben von der Bundesärztekammer unter Mitwirkung des Robert-Koch-Instituts).

In diesen Richtlinien wird nicht nur die Weiterbildung zum Gutachter geregelt, sondern auch die Etablierung eines Qualitätsmanagementsystems vorgeschrieben. Als Prüfinstanz wurde hierzu 2004 die KFQA (Kommission zu Feststellung der Qualifikation von Abstammungsgutachtern - www.kfqa.de) gegründet. Eine Möglichkeit, einen Vaterschaftstest zu erhalten, der die Richtlinien erfüllt, besteht also darin, von dem Anbieter den Nachweis der erfolgreichen Prüfung durch die KFQA zu fordern. Damit hat der Anbieter seine Qualifikation vor einer unabhängigen Kommission nachgewiesen.

Für die weitreichende und wichtige Entscheidung über eine Vaterschaftsanerkennung ist es auf jeden Fall empfehlenswert, den Qualitätsanspruch in den Vordergrund zu stellen. Einerseits hat das Ergebnis des Vaterschaftstests in der Regel lebenslange persönliche Konsequenzen und andererseits gilt es auch zu bedenken, dass man sein eigenes genetisches Material zur Untersuchung einreicht. Ein sorgfältiger Umgang mit diesen Informationen und das notwendige Vertrauen in den Untersucher sind daher wichtige Voraussetzungen. In dieser Situation sollte man nicht am falschen Ende sparen.

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